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Die ausgezeichnet erhaltenen Oberflächen erlauben, die Bearbeitungsschritte an den ca. 300.000 Jahre alten Hölzern genau nachzuvollziehen (Werner Schoch).
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein Forschungsprojekt des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege mit der Uni Göttingen zu den Schöninger Speeren.
15.09.2020

DFG fördert Forschungsprojekt des NLD mit der Uni Göttingen zu den Schöninger Speeren

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und die Universität Göttingen erforschen die ältesten Holzwaffen des Menschen. Das Projekt unter der Federführung von Prof. Dr. Thomas Terberger (NLD und Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen) und Prof. Dr. Holger Militz, Leiter der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen, wird mit einem Betrag von rund 480.000 Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Mit einem interdisziplinären Team sollen in den kommenden drei Jahren die etwa 300.000 Jahre alten Holzfunde von der international bekannten Fundstelle Schöningen, Landkreis Helmstedt, mit modernsten bildgebenden Verfahren detailliert untersucht werden, um mehr über den Herstellungsprozess, die Nutzung und den Fundzusammenhang der einmalig erhaltenen Waffen zu erfahren.

Die Entdeckung der ältesten vollständig erhaltenen Holzwaffen des Menschen im Braunkohletagebau von Schöningen geht auf Ausgrabungen des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in den 1990er-Jahren zurück; seit 2008 wird die Grabung von der Universität Tübingen durchgeführt. Mehrere Speere und eine Lanze haben die wissenschaftlichen Vorstellungen zu den technisch-geistigen Fähigkeiten des frühen Menschen in Europa revolutioniert. Da während der Grabung die Hölzer aus dem sogenannten Speerhorizont der Fundstelle Schöningen 13 II vollständig geborgen wurden, steht für die wissenschaftliche Auswertung ein einzigartiges Inventar zur Verfügung. Die Forscherinnen und Forscher wollen ein Gesamtinventar aller bearbeiteten Holzobjekte und eine detaillierte Dokumentation aller Bearbeitungsspuren erstellen. Darauf aufbauend soll die Funktion der bearbeiteten Artefakte bestimmt werden. Ferner gilt es zu untersuchen, in welchem Zustand die Hölzer auf den Fundplatz gelangten und welche Bearbeitungsschritte vor Ort erfolgt sind. Ergebnisse des Projektes sollen zukünftig im Internet und im Forschungsmuseum Schöningen nahe der originalen Fundstelle auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.